Perspektivwechsel

Kaleidoskop (c) Richard / pixelio.de

Liebe Eltern,

wieder liegt ein neues Kindergartenjahr, ein neues Schuljahr vor uns. Mehr oder weniger erholt sind wir aus den Ferien zurückgekehrt, und nun liegt wieder Neues und auch Altvertrautes vor uns. Bekannte Gesichter, neue Familien, gewohnte Abläufe, frische Ideen, kleine und große Herausforderungen.

Egal, was vor uns liegt – es gibt immer mehr als eine Perspektive. Was mir von der einen Seite als Zumutung erscheint, könnte aus einem anderen Blickwinkel genau die Chance sein, an der ich mich beweisen kann. Wer mich schon vor den Ferien genervt hat, könnte in einer anderen Situation vielleicht überraschende Seiten offenbaren und mir ähnlicher sein, als ich dachte. Was sich verändert, kann mir Angst machen oder mich beflügeln.

Wenn Sie das Leben durch ein Kaleidoskop betrachten, wird ein Stück dieser vielschichtigen Wirklichkeit ganz real sichtbar. Plötzlich kommen neue Farben ins Spiel, wird etwas weniger deutlich, dafür aber bunter und vielfältiger, bewegt sich etwas, was vorher starr war. Der Blick durch das Kaleidoskop lässt die Wirklichkeit dahinter in einer ungewohnten Weise zutage treten, so dass es möglich ist, mit neuer Aufmerksamkeit andere Aspekte wahrzunehmen, die im alltäglichen Sehen leicht übersehen werden.

Auch unser Glaube kann uns an der einen oder anderen Stelle im Leben eine solch andere, neue Perspektive schenken. Er kann uns Mut machen, immer wieder mal eine neue Perspektive, eine andere Blickrichtung auszuprobieren und sich überraschen zu lassen. Immer wieder können wir entscheiden, wie wir eine Situation bewerten. Wir sind nicht ausgeliefert, sondern frei.

Diese Freiheit, den Mut und die Freude an der anderen Perspektive, die wünsche ich uns allen für die vielen Begegnungen, die vor uns liegen. Vielleicht sehen wir uns bei einer der vielen Veranstaltungen des Katholischen Familienzentrums Troisdorf - ich freue mich auf Sie!

Es grüßt Sie herzlich

Daniela Ballhaus

Pfingsten - Mut für Neues

16920_133_loewenzahn_01_by_friedbert_simon_pfarrbriefservice_0(1) (c) Friedbert Simon Pfarrbriefservice

Liebe Eltern,

Pfingsten – wenn man den Umfragen glaubt, können nur wenige Menschen heute noch etwas mit der Bedeutung dieses Festes anfangen. Dabei ist es ein wichtiges Fest, sozusagen der Geburtstag der Kirche. Jesus ist gestorben, am dritten Tag auferstanden, er ist seinen Jüngern erschienen und ist zum Himmel aufgefahren – und dann? In dieses Gefühl des Alleingelassenseins hinein, in die vielen Fragen und Unsicherheiten, in das Nicht-Wissen und doch Hoffen, da hinein sendet Gott den Heiligen Geist. Wir kennen die Bilder vom Brausen, von den Feuerzungen und von der Taube – so unterschiedlich sind sie, so schwierig ist es offenbar, ein Bild für den Heiligen Geist zu finden. Aber das, was er bewirkt, hat unbändige Kraft: Menschen werden mit Mut und Energie erfüllt. Die Jünger gehen hinaus in die Welt und verkünden Jesu Botschaft. Diese Botschaft wird weiter und weiter getragen, in die ganze Welt hinein und durch die Zeiten hindurch – bis heute. Ohne Pfingsten wäre heute kein Glaube an die Auferstehung in der Welt, keine Gemeinschaft im Namen Jesu, keine Kirche – auch dieser Kindergarten nicht. 

Mut und Kraft, aufzubrechen, etwas zu wagen, etwas Neues zu beginnen, etwas Mühsames durchzuhalten – das haben wir heute auch immer wieder nötig. Deshalb feiern Sie mit an diesem Pfingstfest, feiern Sie, dass Gott uns immer wieder diesen „Heiligen Geist“ schenkt, der uns ermutigt und im wahrsten Sinne des Wortes be-geist-ert.

Frohe Pfingsten wünscht Ihnen

Daniela Ballhaus

Elterncafé zu Pfingsten - Mittwoch, 05. Juni, 14:00 - 16:00 Uhr

Happy Birthday, Kirche! Wir wünschen Dir...

Bei Geburtstagskuchen und Kaffee ist in der Kita St. Monika eine sehr ehrliche Geburtstagskarte mit vielen guten Wünschen an die Kirche enstanden. Der Kirche, deren "Geburtstagsfest" wir sozusagen an Pfingsten feiern - denn seitdem waren die Menschen so be-geist-ert, dass sie von Jesus erzählten und seine Botschaft in der ganzen Welt verbreiteten - wünschen wir ein langes Leben und deshalb waren viele Wünsche dabei, die Zukunftsfähigkeit ermöglichen, dabei...

 

 

Kirchenwünsche (c) Daniela Ballhaus

"Dazwischen" - Gedanken zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Ausschau halten (c) Andrea Damm www.pixelio.de

Am Donnerstag haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert. „Gefeiert“ – ein wichtiges Fest, schulfrei, Kita zu, Feiertag – ein Grund, sich zu freuen. Aber war es das? Ein Grund zur Freude für die Jünger damals? Für uns heute ist es sicher einfacher als für die Jünger damals: wir wissen ja, dass schon am Sonntag das Pfingstfest auf uns wartet, dass der Heilige Geist praktisch schon auf dem Weg ist zu uns. Für die Jünger damals war das Gefühl des Verlassenseins, der Einsamkeit wahrscheinlich intensiver zu spüren als die Zuversicht, schließlich hatten sie eine ziemlich ereignisreiche und verwirrende Zeit hinter sich: Verhaftung und Tod ihres Freundes Jesus, tiefe Trauer, dann rätselhafte Begegnungen mit ihm als dem Auferstandenen und nun doch wieder Abschiednehmen…

Das emotionale Hin und Her, das „Dazwischen“ – das Warten, das Getrenntsein, die Sehnsucht – ist oft ganz ganz real in unserem Leben. Mir fallen viele Situationen ein, die noch nicht „fertig“ sind, wo ich noch nicht „angekommen“ bin, wo einfach etwas fehlt, manchmal ganz leise, manchmal sehr schmerzhaft. Und auch für den Trost, den die Jünger dann in der Pfingsterzählung im Heiligen Geist erfahren, kenne ich Beispiele: die (plötzliche) Überzeugung, dass da mehr ist, als ich mit den Augen sehen kann, dass da Bewegung ist, geschenkte Zuversicht, ja, Glücksmomente.

Von beidem etwas finde ich in dem Lied „Ist da jemand“ von Adel Tawil. Sicher ist es Ihnen schon mal begegnet – sonst googlen Sie mal, ich verspreche Ihnen einen Ohrwurm. Aber einen voller Zuversicht, einen, der Sie am Ende aufatmen lässt. Weil das Lied uns daran erinnert, dass es eine Wendung gibt zwischen der bangen Frage und der inneren Gewissheit, eine Verwandlung vom „Ist da jemand?“ zum „Da ist jemand!“

Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder mal die innere Stimme hören, die Ihnen sagt „Da ist jemand!“ Warum nicht manchmal mithilfe des Radios, in der Stimme von Adel Tawil. Vor Pfingsten, nach Pfingsten, egal wann. 

Ihre Daniela Ballhaus