Christi Himmelfahrt

Himmel (c) D.Ballhaus

Christi Himmelfahrt – ein Fest, das Bilder im Kopf entstehen lässt. Dabei ist es eigentlich egal, wie es aussah, als sich der auferstandene Jesus von seinen Freunden verabschiedet hat und zum Vater gegangen ist. Wichtig ist, was er ihnen bei diesem Abschied versprochen hat: dass sie Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf sie herabkommt. Diese Kraft ist auch uns zugesagt, wir warten auf Pfingsten, auf den Heiligen Geist. Kraft haben wir gerade nötig, und vielleicht auch so viel mehr, was wir mit dem Heiligen Geist verbinden: Trost, Beistand, Weisheit, Schöpfungskraft. All das ist uns versprochen. Wir dürfen uns darauf verlassen: Er ist nicht weg. Wir sind nicht allein.

Die Kitakinder der Kita Hippolytusgarten (früher Kita St.Maria Königin) singen schon lange mit Begeisterung ein tolles Himmelfahrtslied, das uns besonders in diesem Jahr Zuversicht schenken möge:

„Nicht hoch oben, nicht tief unten, nicht weit weg von hier. Jesus ist zu jeder Zeit und überall bei dir. Nicht auf Wolken, nicht auf Bergen, nicht weit weg von hier. Wenn du Angst hast, wenn du Mut hast, dann ist Jesus hier. Jesus ist zu jeder Zeit und überall bei dir. Weil Jesus jetzt bei Gott ist, bleibt er euch ganz nah. Ganz tief in eurem Herzen ist er wirklich da.“ (P.Weininger / M.Göth)

Wo ist Er für euch, mit euch, in euch?

Das fragt

Daniela Ballhaus

Geistliches Wort

Jeden Dienstag und jeden Freitag gibt es einen neuen geistlichen Impuls von einer Seelsorgerin, einem Seelsorger des Pastoralteams. Sie finden die geistlichen Worte auf dem You-tube-Kanal der Kirchengemeinde - dort werden auch die Gottesdienste aus unseren Kirchen übertragen!

Da ist jemand!

673327_original_R_by_Andrea Damm_pixelio.de (c) Andrea Damm www.pixelio.de

Geistliches Wort zum Wochenende 21./22. März

Liebe Gemeinde,

heute (Donnerstag) vor einer Woche haben wir zuhause noch gewitzelt über eine mögliche Schulschließung, haben sie aber – zur Enttäuschung unserer Kinder – in NRW für noch nicht so wahrscheinlich gehalten. Heute vor einer Woche haben wir in der Kolpingfamilie noch überlegt, ob und wie wir unsere Planungen für den Soli-Lauf Ende März anpassen müssen oder ob alles so laufen kann wie immer. Heute vor einer Woche habe ich geschmunzelt über die Vorstellung, in den Gottesdiensten Listen mit Kontaktdaten auszulegen. 

Heute stehe ich, stehen wir vor und in einer völlig veränderten Welt. 

Die Kinder finden die per Email eintrudelnden Aufgaben noch spannend. Der Soli-Lauf ist abgesagt – natürlich -, aber ich frage mich, wie das Hilfswerk Misereor zurechtkommen wird und wie in diesem Jahr ohne die große Misereorkollekte am fünften Fastensonntag die vielen lebensrettenden Projekte in der ganzen Welt am Laufen gehalten werden sollen. Kontaktlisten für Gottesdienste brauchen wir nicht mehr – denn wir können keinen Gottesdienst mehr feiern. 

Das trifft mich, berührt mich, lässt mich ratlos und unruhig sein. Ich betrachte es mal als gutes Zeichen, dass das so ist – so weiß ich nun sicher, dass der Gottesdienst nicht nur eine Gewohnheit, eine Routine für mich war, sondern ich merke, dass mir wirklich etwas fehlt.  Ich habe in der vergangenen Woche einige von Ihnen getroffen – natürlich mit dem gebotenen Sicherheitsabstand – und deshalb weiß ich, dass es vielen von Ihnen genauso geht. 

Diese Situation erinnert mich an die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten. 


Ich stelle mir vor, dass damals die Jünger  ähnliches fühlten wie wir im Moment angesichts der vielen Maßnahmen zu Eindämmung der Virusverbreitung. Sie hatten eine  ziemlich ereignisreiche und verwirrende Zeit hinter sich: Verhaftung und Tod ihres Freundes Jesus, tiefe Trauer, dann rätselhafte Begegnungen mit ihm als dem Auferstandenen und dann doch wieder Abschiednehmen, als er vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen wurde.

Das emotionale Hin und Her, das „Dazwischen“ – das Warten, das Getrenntsein, die Sehnsucht – das ist gerade ganz real in unserem Leben.  Viele Beziehungen, die eigentlich wichtig für uns sind, liegen im Moment auf Eis – wir können Oma und Opa nicht besuchen, der ein oder andere ist inzwischen tatsächlich in freiwilliger oder auferlegter Quarantäne, wer in einer Senioreneinrichtung lebt oder gerade im Krankenhaus ist, kann nicht mehr oder deutlich seltener besucht werden. Einsamkeit und das Gefühl des Verlassenseins ist leider sehr verbunden mit dem Gebot des „Social distancing“, selbst wenn das eigentlich nur die körperliche Distanzierung bedeuten soll und nicht die emotionale. Aber wir sind nun mal ganzheitliche Wesen,  wir brauchen mehr als Worte, mehr als Geräusche, mehr als Bilder. Deshalb fehlt uns viel in dieser Zeit – eben genau so wie den Jüngern. Und genau wie für sie ist diese neue Situation auch für uns schmerzhaft. 

Im Kirchenjahr folgt schon nach zehn Tagen das Pfingstfest. Der Heilige Geist, der Tröster, wird den Menschen geschenkt und er tut genau das – er tröstet. Auch wenn wir jetzt noch mitten in dieser  ganz besonderen Fastenzeit stecken, kann uns doch der Gedanke an Pfingsten trösten: der Heilige Geist ist auch uns längst zugesagt, er ist schon da – wenn wir in unserer Sorge einen Moment innehalten, um ihn zu spüren.  Es gibt Momente des Trostes und der Hoffnung auch in diesen Tagen. Ein unverhoffter Anruf. Eine Kontaktaufnahme per Email, Whatsapp oder Brief, ein Gruß beim Spazierengehen von einem völlig fremden Menschen, der aber in genau der gleichen Situation steckt. Die (plötzliche) Überzeugung, dass da mehr ist, als ich mit den Augen sehen kann, dass da Bewegung ist, geschenkte Zuversicht, ja, Glücksmomente.

Von beidem etwas finde ich in dem Lied „Ist da jemand“ von Adel Tawil. Ich verspreche Ihnen einen Ohrwurm. Aber einen voller Zuversicht, einen, der Sie am Ende aufatmen lässt. Weil das Lied uns daran erinnert, dass es eine Wendung gibt zwischen der bangen Frage und der inneren Gewissheit, eine Verwandlung vom „Ist da jemand?“ zum „Da ist jemand!“

 Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder mal die innere Stimme hören, die Ihnen sagt „Da ist jemand!“ 

Ihre Daniela Ballhaus

Begegnung am Wasser

https___www.pfarrbriefservice.de_sites_default_files_atoms_image_3215_brunnen_02 (c) Friedbert Simon Pfarrbriefservice

Geistliches Wort am Dienstag, dem 17.03.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder,

in der derzeitigen Situation mit der Corona-Pandemie sind wir als Christinnen und Christen besonders herausgefordert, auf andere Weise unseren Glauben zu leben und zu bekennen. Die uns vertrauten Möglichkeiten, im Gottesdienst gemeinsam zu singen und zu beten, in unseren Gremien und Gruppierungen das Gemeindeleben zu gestalten und in unseren Einrichtungen und Pfarrheimen füreinander da zu sein, stehen uns im Moment nicht zur Verfügung.

Deswegen haben wir seitens des Troisdorfer Seelsorgeteams uns überlegt, uns immer wieder mit einem kleinen geistlichen Impuls an Sie zu wenden, den wir dann jeweils auf unseren Homepages, in den Schaukästen und an den Kirchentüren veröffentlichen wollen. Gerne stehen wir Ihnen auch zum Gespräch zur Verfügung – melden Sie sich jederzeit bei uns.

Einen ersten Gedanken in dieser schweren und uns herausfordernden Zeit möchte ich mit Ihnen teilen, der mich schon seit dem vergangenen Wochenende beschäftigt. Da haben wir das berühmte Evangelium mit der Begegnung von Jesus und der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen gehört (Joh 4,5-42). Dieses Evangelium hat sehr viele Facetten, und eine davon möchte ich speziell herausgreifen. 

Die Samariterin macht nämlich eine ganz spezielle Erfahrung: Jesus begegnet ihr auf Augenhöhe. Das kennt sie nicht. Denn:

1)     Jesus ist ein Jude. Juden sehen normalerweise auf Samariter herab, weil diese in ihren Augen „nicht richtig glauben“.

2)     Jesus ist ein Mann. Normalerweise herrscht in der damaligen Gesellschaft keine Gleichberechtigung von Mann und Frau.

3)     Jesus ist ein gebildeter und bekannter Rabbi, dem viele Menschen zuhören. Die Frau jedoch stammt aus einem entlegenen Landstrich und ist ungebildet.

4)     Jesus weiß um den Lebenswandel der Frau, der ihr in den Augen der Umwelt sicherlich viel Tadel einbringt.

Die Frau macht nun aber die Erfahrung, dass das alles Jesus nicht davon abhält, mit ihr zu reden. Bisherige Gewissheiten und Erfahrungen zählen nicht mehr, die Frau wird davon entlastet. Gleichzeitig schenkt Jesus ihr aber auch die Freiheit, selber Stellung zu nehmen und sich mit ihm, mit dem Glauben und dem gesamten Leben auseinanderzusetzen. Ausreden wie „Ich bin nicht so wichtig“, „Ich bin nicht so würdig“ oder „Ich kenne mich da nicht aus“ zählen nicht. Es entsteht eine völlig neue Situation, bei der die Frau aus Sachzwängen befreit ist, aber nun auch selbst Position beziehen muss. Das führt dazu, dass die Frau wirklich selber ans Denken, ans Glauben und ans Bekennen kommt. So kann sie aus voller Überzeugung weitertragen, dass Jesus der Messias und Erlöser ist.

In dieser Zeit der Corona-Pandemie sind wir von vielen alltäglichen und eingeschliffenen Gewohnheiten befreit. Wir haben viel mehr Möglichkeiten, uns mit dem zu beschäftigen, worauf es wirklich ankommt. Dazu zählen auch die Fragen des Glaubens. Es sind aber vor allem die Menschen, die uns besonders wichtig sind – Angehörige, Verwandte, Freunde, Nachbarn. Wir können uns ihnen neu zuwenden, haben Zeit für sie, können ihnen zuhören. Die Sachzwänge, die uns sonst in der Geschäftigkeit des Alltags lähmen, gelten jetzt nicht mehr, sind durch die „verordnete Entschleunigung des Lebens“ keine Ausrede mehr, sich nicht umeinander zu kümmern.

Der Heilige Vater, Papst Franziskus, hat darauf hingewiesen, dass bei aller Angst und allem Schrecken, den der Corona-Virus verbreitet, sich beispielsweise jetzt für die Familien eine schöne Gelegenheit bietet, sich wieder intensiv und unabgelenkt miteinander zu beschäftigen, wenn man zu Hause zusammen ist.

Ähnlich wie die Frau am Jakobsbrunnen sind also auch wir von vielen Dingen, die uns sonst einengen, befreit und dazu aufgerufen, uns neu zu besinnen. Das ist Fastenzeit im besten Sinne des Wortes. Natürlich hoffen wir, dass die Corona-Pandemie bald vorübergeht und nicht viel Schaden anrichtet. Natürlich beten wir, dass es nicht zu einer gesundheitlichen Katastrophe kommen wird. Aber trotzdem dürfen wir auch die Möglichkeiten nutzen, die sich uns jetzt bieten: im Gespräch miteinander, im tröstenden Zuspruch, im Zuhören und Verständnis, im fürbittenden Gebet, in der Dankbarkeit und Solidarität mit den Kranken, Leidenden und Trauernden, aber auch mit denen, die sich in dieser Zeit im Dienst des Gesundheitswesens, der Versorgung, der Verwaltung, der öffentlichen Sicherheit usw. für uns aufreiben, damit wir gut durch diese Zeit gehen. All diese Menschen haben Unterstützung und Wertschätzung durch Dankbarkeit, Gebet, Solidarität und Zuwendung verdient.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie in der neuen Situation dieser Fastenzeit Gottes Segen erfahren und vielleicht selbst ein bisschen zum Segen für andere werden – wenn auch vielleicht ganz im Verborgenen. Gott ist mit seiner Gnade auch und gerade in dieser Zeit bei uns!

Herzlich grüßt Sie Ihr

Hermann-Josef Zeyen, Pfarrer

Weihnachts-Geschichten

Heilige Nacht (c) D.Ballhaus

Liebe Eltern,

auch in diesem Jahr haben wir wieder einen Krippenweg aus bunten Legosteinen gebaut, diesmal in St. Hippolytus.  Auch in diesem Jahr haben wir dazu die gleichen Geschichten bebildert wie im vergangenen Jahr. Aber auch, wenn die Geschichten die gleichen bleiben, so sieht die Lego-Krippe doch dieses Jahr ganz anders aus. Das macht es spannend, sich die einzelnen Stationen wieder neu anzuschauen, die kleinen Details zu entdecken und über die eine oder andere Figur oder kreative Besonderheit zu schmunzeln. 

An Weihnachten ist uns oft besonders wichtig, dass alles so ist wie immer – wir lieben unsere familiären Rituale: gemeinsames Baumschmücken – oder doch heimliches Vorbereiten durch die Eltern,  das Glöckchen, mit dem zur Bescherung gerufen wird, den Kartoffelsalat oder die Entenbrust am Heiligabend… Jede Familie hat ihre eigenen Geschichten, mit denen sie dieses Fest begeht. Aber auch wenn die Geschichten gleich bleiben – Weihnachten ist doch immer wieder ganz anders. Die Botschaft des Engels „Fürchtet Euch nicht!“ trifft uns jedes Jahr in einer ganz anderen Situation und Verfassung. Das Jahr ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen. Wir haben viel erlebt – all das bringen wir mit unter den Weihnachtsbaum, mit all unserem emotionalen Gepäck stehen wir vor der Krippe: wir sind jedes Jahr die gleichen und doch jedes Jahr anders. 

 Und in all unsere Geschichten, in all unsere Erfahrungen spricht Gott seine Zusage: Ich bin da. Einmal vor über 2000 Jahren und doch jedes Jahr neu hineingeboren in diese Welt. Was auch immer sich verändern mag  – Gott ist da. Und er bleibt, begleitet uns durchs Jahr, durch unsere Freude, durch unseren Schmerz, durch alles Schöne und durch alles Schwere, das uns begegnet. Wir sehen ihn nicht immer so deutlich wie wir das Jesuskind in unseren Krippen sehen, aber wenn wir uns ein Stück der weihnachtlichen Erwartung, Neugier und Offenheit bewahren können, dürfen wir seine Gegenwart auch an allen anderen Tagen spüren. Dazu müssen wir manchmal genau hinschauen – wie bei der Lego-Krippe. Aber es lohnt sich.                        

Gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen

Daniela Ballhaus

Mein Vorbild - Sankt Martin

martin-mit-bettler_by_sonja-haeusl-vad_kinder-regenbogen_at_pfarrbriefservice (c) Sonja Häusl-Vad, Pfarrbriefservice

Liebe Eltern,

in diesem Jahr ist mir ein neues Wort begegnet: Influencer. Wahrscheinlich ist das Wort gar nicht so neu und ich hab es nur so spät entdeckt, aber tatsächlich war mir vorher nicht klar, dass das sowas wie ein Beruf ist – man macht viele Fotos, von sich selbst und den Dingen, die man macht, unternimmt, isst, anzieht, benutzt, postet diese bei Instagram und wird dann z.B. von den Herstellern der Produkte bezahlt, wenn man genügend „Follower“ hat. Offenbar ist das für ein paar ganz erfolgreiche Influencer ein Weg zu einem sehr hohen Einkommen und in den Reportagen dazu fallen die Worte „harte Arbeit“, „Stress“, „Konzept“ und tatsächlich auch „Vorbild“. 

Influencer – das kommt vom englischen Wort für „beeinflussen“. Von was lasse ich mich beeinflussen? Was geschieht unbewusst und welchen Einfluss wähle ich ganz aktiv? Von was sollte mein Kind sich beeinflussen lassen? Ist ein Influencer wirklich das, was früher mit dem Begriff „Vorbild“ bezeichnet wurde?

Sankt Martin wäre ein schlechter Instagramer gewesen. Die Situation, die ihn „berühmt“ gemacht hat, war ganz sicher nicht sehr fotogen, nicht schön, nicht bunt: ein armer Mann, ein Bettler, wie wir immer wieder singen, halbnackt, hungrig, mitten in Eis und Schnee. Die Reaktion auf diese Begegnung – Martin hält sein Pferd an, nimmt sein Schwert, teilt seinen Mantel und gibt ihn dem Bettler – die hätte ein echter Influencer aber sicher gut dokumentiert, vielleicht sogar professionell ausgeleuchtet, sich selbst und das eigene Handeln ins rechte Licht gesetzt und möglichst unverzüglich gepostet. Nichts davon geschieht. Und trotzdem spricht es sich rum, zieht Kreise, hat Folgen. Menschen werden zu „Followern“, ohne dass Martin sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Und als sie ihn schließlich als Bischof haben wollen, da versteckt er sich sogar (im Gänsestall und wird von den Gänsen durch lautes Schnattern verraten – selbst das hat Folgen bis heute – für die Gänse…)

War Martin ein früher Influencer? Wenn man sieht, wie viele Menschen heute noch über ihn sprechen und mit Laternen durch das Dunkel ziehen, sich an ihm ein Beispiel nehmen und zumindest an diesem Fest darüber nachdenken, was teilen bedeutet – dann könnte man das denken. Für mich ist er aber weniger ein Beeinflusser als ein Beeindrucker, gerade weil der „Erfolg“ nicht sein Ziel war. Und darin ist er mir, ganz altmodisch, ein Vorbild. Eines, das ich meinen Kindern gerne anbiete, genauso wie viele andere Heilige, bekannte und unbekannte, die das, was sie tun, nicht aus der Sorge um sich selbst heraus, sondern um des anderen willen tun. Nicht mit der Anzahl der möglichen Follower als Motivation, sondern für ihr jeweiliges Gegenüber. Die um Gottes Willen Vorbild sind. 

Wer ist für Sie ein Vorbild? 

...fragt Sie neugierig

Daniela Ballhaus

Allerheiligen - Alle Heiligen?

allerheiligen-kuerbis_by_rudi_berzl_pfarrbriefservice (c) Rudi Berzel, www.pfarrbriefservice.de

Liebe Eltern,

bald ist Allerheiligen. Dieses rätselhafte Fest verbinden wir als erstes mit einem arbeitsfreien Tag – danach machen wir uns vielleicht Gedanken über den seltsamen Namen.

Alle Heiligen? 

Alle Heiligen kenne ich nicht – aber ein paar fallen mir ein,  die mit ihrem Leben und Handeln auch heute noch Menschen inspirieren und Vorbild sind. Bald feiern wir Sankt Martin (11. November), Elisabeth von Thüringen (19. November), die heilige Barbara (4. Dezember), Nikolaus (6. Dezember), um nur einige zu nennen. Diese Heiligen haben  eigene Feste. Aber es gibt so viele Menschen, deren Lebenswandel und Glaubenszeugnis von der Kirche als besonders wertvoll geschätzt werden. Schon früh entwickelten sich „Sammelfeiertage“, an denen all dieser Heiligen gedacht wurde. Das Allerheiligenfest am 1. November wurde bereits im achten Jahrhundert in Irland gefeiert. 

 

Alle heilig? 

In gewissem Sinne ist auch das zutreffend. Paulus, von dem die ältesten christlichen Texte in der Bibel stammen, bezeichnet in den Grußworten seiner Briefe oft die Gemeindemitglieder als heilig: Er schreibt an die Heiligen in Korinth, in Rom, in Philippi,… und das sind genau die, die sich als Gemeinde Jesu Christi versammeln und Gottesdienst feiern. Wenn man die Briefe des Paulus liest, dann merkt man schnell, dass in den Gemeinden von damals auch nicht alles ganz harmonisch lief. Es gab Streit und Spaltung, eben Menschen mit Fehlern und Schwächen. Aber für Paulus sind die Christen damals dennoch  heilig – nicht aus sich heraus, sondern weil der Glaube an Jesus Christus als den Auferstandenen sie heilig macht, sie heil macht, sie in den Herrschaftsbereich Gottes zieht. Heilig nicht, weil sie in allem perfekt sind – das sind sie ja gerade nicht - genauso wenig wie wir heute. Diese Anrede der Heiligen gilt  jedem, der sich an Jesus Christus bindet, der an ihn glaubt und mit all seinen beschränkten Möglichkeiten versucht, ihm nachzufolgen - auch uns.

 

Allerheiligen und Allerseelen

An Allerheiligen feiern wir beides – die Verbindung zwischen den lebenden und den schon verstorbenen, vollendeten Heiligen. Wir gehören zusammen, über den Tod hinaus – das ist ein Grund zur Freude! Daher kommen die überschwänglichen Bräuche des All-Hallows-Evening, heute „Halloween“, in denen deutlich wird, dass sich viele Menschen Gedanken machen über das Leben nach dem Tod. Direkt danach am 2. November feiern wir das Fest „Allerseelen“ – hier denken wir an alle Verstorbenen,  die nicht im kirchlichen Sinne „heiliggesprochen“ wurden, von denen wir aber hoffen, dass ihre Seelen nun bei Gott zuhause sind. Auch diese Verbundenheit feiern wir – indem wir die Gräber schmücken, Kerzen anzünden und uns zum Gedenken versammeln. Im Herbst, wenn die Natur uns zeigt, dass alles irgendwann zuende geht , erinnern uns Allerheiligen und Allerseelen daran, dass wir trotz allem das Leben feiern dürfen, das uns zu Gott führt – durch den Tod hindurch.  

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Start in den November, der mal mit Grabkerzen und mal mit Laternen durchscheinen lässt, dass wir immer auf das Licht vertrauen dürfen. 

Es grüßt Sie

Daniela Ballhaus

  

Perspektivwechsel

Kaleidoskop (c) Richard / pixelio.de

Liebe Eltern,

wieder liegt ein neues Kindergartenjahr, ein neues Schuljahr vor uns. Mehr oder weniger erholt sind wir aus den Ferien zurückgekehrt, und nun liegt wieder Neues und auch Altvertrautes vor uns. Bekannte Gesichter, neue Familien, gewohnte Abläufe, frische Ideen, kleine und große Herausforderungen.

Egal, was vor uns liegt – es gibt immer mehr als eine Perspektive. Was mir von der einen Seite als Zumutung erscheint, könnte aus einem anderen Blickwinkel genau die Chance sein, an der ich mich beweisen kann. Wer mich schon vor den Ferien genervt hat, könnte in einer anderen Situation vielleicht überraschende Seiten offenbaren und mir ähnlicher sein, als ich dachte. Was sich verändert, kann mir Angst machen oder mich beflügeln.

Wenn Sie das Leben durch ein Kaleidoskop betrachten, wird ein Stück dieser vielschichtigen Wirklichkeit ganz real sichtbar. Plötzlich kommen neue Farben ins Spiel, wird etwas weniger deutlich, dafür aber bunter und vielfältiger, bewegt sich etwas, was vorher starr war. Der Blick durch das Kaleidoskop lässt die Wirklichkeit dahinter in einer ungewohnten Weise zutage treten, so dass es möglich ist, mit neuer Aufmerksamkeit andere Aspekte wahrzunehmen, die im alltäglichen Sehen leicht übersehen werden.

Auch unser Glaube kann uns an der einen oder anderen Stelle im Leben eine solch andere, neue Perspektive schenken. Er kann uns Mut machen, immer wieder mal eine neue Perspektive, eine andere Blickrichtung auszuprobieren und sich überraschen zu lassen. Immer wieder können wir entscheiden, wie wir eine Situation bewerten. Wir sind nicht ausgeliefert, sondern frei.

Diese Freiheit, den Mut und die Freude an der anderen Perspektive, die wünsche ich uns allen für die vielen Begegnungen, die vor uns liegen. Vielleicht sehen wir uns bei einer der vielen Veranstaltungen des Katholischen Familienzentrums Troisdorf - ich freue mich auf Sie!

Es grüßt Sie herzlich

Daniela Ballhaus

Pfingsten - Mut für Neues

16920_133_loewenzahn_01_by_friedbert_simon_pfarrbriefservice_0(1) (c) Friedbert Simon Pfarrbriefservice

Liebe Eltern,

Pfingsten – wenn man den Umfragen glaubt, können nur wenige Menschen heute noch etwas mit der Bedeutung dieses Festes anfangen. Dabei ist es ein wichtiges Fest, sozusagen der Geburtstag der Kirche. Jesus ist gestorben, am dritten Tag auferstanden, er ist seinen Jüngern erschienen und ist zum Himmel aufgefahren – und dann? In dieses Gefühl des Alleingelassenseins hinein, in die vielen Fragen und Unsicherheiten, in das Nicht-Wissen und doch Hoffen, da hinein sendet Gott den Heiligen Geist. Wir kennen die Bilder vom Brausen, von den Feuerzungen und von der Taube – so unterschiedlich sind sie, so schwierig ist es offenbar, ein Bild für den Heiligen Geist zu finden. Aber das, was er bewirkt, hat unbändige Kraft: Menschen werden mit Mut und Energie erfüllt. Die Jünger gehen hinaus in die Welt und verkünden Jesu Botschaft. Diese Botschaft wird weiter und weiter getragen, in die ganze Welt hinein und durch die Zeiten hindurch – bis heute. Ohne Pfingsten wäre heute kein Glaube an die Auferstehung in der Welt, keine Gemeinschaft im Namen Jesu, keine Kirche – auch dieser Kindergarten nicht. 

Mut und Kraft, aufzubrechen, etwas zu wagen, etwas Neues zu beginnen, etwas Mühsames durchzuhalten – das haben wir heute auch immer wieder nötig. Deshalb feiern Sie mit an diesem Pfingstfest, feiern Sie, dass Gott uns immer wieder diesen „Heiligen Geist“ schenkt, der uns ermutigt und im wahrsten Sinne des Wortes be-geist-ert.

Frohe Pfingsten wünscht Ihnen

Daniela Ballhaus

Elterncafé zu Pfingsten - Mittwoch, 05. Juni, 14:00 - 16:00 Uhr

Happy Birthday, Kirche! Wir wünschen Dir...

Bei Geburtstagskuchen und Kaffee ist in der Kita St. Monika eine sehr ehrliche Geburtstagskarte mit vielen guten Wünschen an die Kirche enstanden. Der Kirche, deren "Geburtstagsfest" wir sozusagen an Pfingsten feiern - denn seitdem waren die Menschen so be-geist-ert, dass sie von Jesus erzählten und seine Botschaft in der ganzen Welt verbreiteten - wünschen wir ein langes Leben und deshalb waren viele Wünsche dabei, die Zukunftsfähigkeit ermöglichen, dabei...

 

 

Kirchenwünsche (c) Daniela Ballhaus