Antonius von Padua

13.06.20 08:35
Daniela Ballhaus

Zwar fällt die Antoniuswanderung aus, die für heute im Programm stand, aber trotzdem könnt Ihr auf Entdeckungstour gehen. Auf eine äußere und eine innere. Alle vier Antonius-Darstellungen findet man in Troisdorfer Kirchen. Wer weiß wo? Macht Euch auf die Suche! 

 

Für die innere Entdeckungstour auf den Spuren des Antonius findet Ihr hier ein paar Gedanken. 

 

Antonius war offen für Neues. Er ließ sich vom Geist Gottes bewegen. Er war immer bereit, sein Leben neu auszurichten, sei es, weil er selbst den Willen Gottes neu verstand, sei es, weil seine eigenen Pläne durchkreuzt wurden: Vom Orden der Augustiner Chorherren wechselte er zu den Franziskanern; statt in Afrika als Missionar zu wirken, landete er aufgrund einer Krankheit in Italien; seine Berufung fand er als Volksprediger und theologischer Lehrer seiner Brüder, obwohl er eigentlich als Einsiedler leben wollte.

 

Wie sieht es in mir aus?

Woran richte ich mein Leben aus?

Wonach richte ich mich?

Hänge ich entschlossen an meinen eigenen Plänen,

habe ich mich festgefahren in meinen Vorstellungen?

Ist mein Denken noch beweglich

oder bin ich steckengeblieben

und kreise um mich selbst?

 

Antonius war unbequem. Er nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Wahrheit des Evangeliums ging. Er zeigte auch mal die rote Karte, wenn Menschen nicht nach dem Willen Gottes handelten. So mahnte er: „Wenn ein Bischof gegen eine päpstliche Anordnung verstößt, wird er sogleich vorgeladen und schlimmstenfalls abgesetzt. Hat er gegen das Evangelium verstoßen, das wir an erster Stelle befolgen müssten, dann ist keiner da, der ihn anklagt, keiner, der ihn tadelt. Denn alle suchen ihren Vorteil, nicht die Sache Jesu Christi!“

Für Antonius war der christliche Glaube nicht nur eine Sache im Herzen des Einzelnen. Sein Glaube ließ ihn die Gesellschaft gestalten. Noch heute gilt in Italien das Schuldnergesetz von 1231, das auf eine Predigt des Antonius zurückgeht: dass ein Schuldner nur noch mit seinem Besitz, nicht mehr aber mit seiner Person und seiner Freiheit haftet. Das war nichts Geringeres als die Überwindung einer brutalen Form von Leibeigenschaft. 

 

Wie sieht es bei mir aus?

Betrachte ich meinen Glauben und meine religiöse Überzeugung als Privatsache

oder lasse ich mich von innen heraus bewegen, 

diese Welt umzugestalten nach dem Evangelium?

Habe ich den Mut, Kritik zu üben und Unrecht anzuklagen

oder halte ich lieber still, um nicht anzuecken?

 

Antonius war trotz seiner großen Begabung zu predigen und viele Menschen in seinen Bann zu ziehen, immer demütig und bescheiden. Um Gottes- und Nächstenliebe ging es Antonius. Er lebte schlicht, einfach, demütig, wanderte als Prediger von Stadt zu Stadt und half da, wo er helfen konnte. Bis heute gibt es den Ausdruck „Antoniusbrot“ – die Menschen, denen Antonius geholfen hat, versprachen ihrerseits auch den Armen zu helfen. Seinen Schülern legte Antonius immer ans Herz: „Unser Leben ist so voll an schönen Worten und leer an guten Werken. Ich beschwöre euch daher, lasst euren Mund verstummen und eure Taten sprechen.“

 

Wie sieht es bei mir aus?

Was überwiegt in meinem Leben:

die schönen Worte oder die guten Werke?

Bin ich empfänglich für Rummel und Show

oder habe ich ein Gespür für Wahrhaftigkeit?

 

Vielleicht ist es nicht Antonius, der Euren Alltag berührt, sondern ein anderer Heiliger, eine andere Heilige. Das Kirchenjahr bietet viele Gelegenheiten, sich diesen Boten des Glaubens auch heute noch zu nähern. Viel Freude beim Entdecken von Gemeinsamkeiten und Anstößen wünscht 

Daniela Ballhaus